#3 Pro Stoffwindel: Die Umwelt schützen

Unlängst las ich auf der Homepage der Zeitschrift „Eltern“ Folgendes: „Mehr als 6.000 Windeln verbrauchen Eltern im Schnitt, bis ihr Kind mit im Schnitt zweieinhalb Jahren trocken ist.“(1)

Dass man für Babys und Kleinkinder bis zum Trockenwerden unzählige Windeln benötigt, wird niemanden überraschen, aber diese Zahl „mehr als 6.000“ schockte mich schon. Denn nach der Nutzung folgt der Weg in den Windeleimer und zum Müll. Wenn man sich nun überlegt, wie viele Windeln allein in Deutschland auf dem Müll landen, ergibt das einen riesigen Berg – und das Jahr für Jahr!

Windelmüllberge (1)                                   © j.leutgoeb „die umweltberatung“


Umwelteinfluss Papierwindel

Dazu kommt noch der Aufwand für die Müllverbrennung sowie das dabei entstehende CO2.  Und – ja, auch das belastet in gewissem Maße die Umwelt – der täglichen Transport der Windelproduzenten zu den Geschäften und von dort zu den Kunden. Für den Herstellungsprozess der Windeln und ihrer einzelnen Bestandteile wie Absorber, Hülle, Folien, Innenfleece und so weiter wird natürlich Energie verbraucht. Nicht nur Energie, sondern auch wichtige Ressourcen wie Holz werden beansprucht. Dazu ein Zitat von der Seite www.stoffwindeln-oder-wegwerfwindeln.de, die sich mit einem Vergleich zwischen Stoff- und Papierwindeln beschäftigt:

Berücksichtigt man allerdings auch, dass für die Herstellung der Einwegwindeln große Mengen an Wasser und Holz benötigt werden, ist die Stoffwindel eindeutig die bessere Wahl. An die 7 Millionen Bäume werden nur hierzulande jährlich für die Einwegwindel-Herstellung abgeholzt. Und die Zellstoffherstellung für die Einwegwindel frisst mehr Wasser, als die Reinigung der Stoffwindeln. (2)

Abschließend ist jedoch das wohl größte Problem der stetig wachsende Müllberg, dem die einzelnen Städte und Gemeinden erst einmal gerecht werden müssen. In Deutschland machen Wegwerfwindeln ganze „(…) 10 % des Restmülls (…)“ (3) aus. Diese Verwertung hat ihren Preis wie das Beispiel aus dem Landkreis Bayreuth zeigt. Dort “ (…) fielen im Landkreis 2005 über 1.000 Tonnen Abfall aus Windeln an, deren Entsorgung mehr als 250.000 Euro kostete.“(4)   Ein Kollege aus Österreich erzählte mir vor Kurzem, dass es dort sogenannte Windelgutscheine gibt. Damit werden alle Familien, die zu Stoffies greifen, finanziell unterstützt. Dieser Anreiz kann dazu führen, dass der durch Papierwindeln verursachte Müll verringert wird.

dsc_3358
Ressourcen schonen

Umwelteinfluss Stoffwindel

Bei Stoffwindeln hingegen kommt ein solcher Müllberg erst gar nicht zustande. Der Transport findet pro Familie meist deutlich seltener statt als beim wöchentlich Pamperseinkauf. Man bestellt zu Beginn eine große Ausstattung und ergänzt diese  – wenn überhaupt – ab und zu um ein paar weitere Stoffies. Anschließend werden die Stoffies nach der Benutzung gewaschen und wiederverwendet. An diesem Punkt gibt es einige Aspekte, die umwelttechnisch auch nicht gerade vorteilhaft sind. Zunächst benötigt man für die Windelwäsche Wasser und Energie für die Waschmaschine. Darüber hinaus Waschmittel, welches das Abwasser verunreinigt. Blicken wir wie bei den Papierwindeln auf den Herstellungsprozess, wird für das Herstellen von Windelstoffen wie Baumwolle, Hanf, Bambus oder anderen ebenfalls Energie benötigt – ähnliches gilt für das anschließende Bleichen.

Ein Zwischenfazit könnte also so aussehen:

Bei einer Papierwindel wird die Umwelt und die damit in engem Zusammenhang stehenden Ressourcen in erster Linie und am gravierendsten durch Herstellung und die anschließenden Müllverwertung belastet.

Die Stoffwindel hingegen fällt der Umwelt insbesondere durch (Ab-) Wasser und Waschmittel zur Last.

Wie kann man die Ökobilanz selbst positiv beeinflussen?

p1090669
Aktiv zum Umweltschutz beitragen!

Die Ökobilanz einer Papierwindel kann ich aktiv nicht beeinflussen, da ich auf die Herstellung keinerlei Einfluss habe. Das Einzige, was ich machen kann, ist, Pampers & Co beim Kauf zu ignorieren.

Auf die Ökobilanz der Stoffwindel kann ich jedoch sehr wohl Einfluss nehmen.

Wie das geht?
Ganz einfach:

1. Man kann Stoffwindeln gebraucht kaufen und darüber hinaus für mehrere Kinder benutzen.
2. Auf die Wahl des Waschmittels achten und zu Bio-Waschmittel greifen. Darüber hinaus – dazu raten die meisten
Windelhersteller generell – deutlich weniger Waschmittel verwenden. Ein Viertel der normalen Menge reicht aus.
3. Die Windel auf der Leine an der frischen Luft trocknen lassen und somit auf den Trockner verzichten. Positiver
Nebeneffekt: Die Sonne bleicht so manchen Fleck auf natürliche Weise wieder aus.
4. Wenn Ihr bei Euch in der Nähe die Möglichkeit habt, könnt Ihr auch einen Windeldienst in Anspruch nehmen. Dieser übernimmt das Waschen der Windeln für Euch.

Quellen:

(1): http://www.eltern.de/node/8145/take
(2): http://www.stoffwindeln-oder-wegwerfwindeln.de/oekobilanz.html
(3) + (4): https://de.wikipedia.org/wiki/Windel#Umwelteinfluss_und_Nachhaltigkeit

Bild:
(1) Windelmüll: http://www.umweltberatung.at/greifen-sie-zu-mehrwegwindeln

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.