Getestet: Pop-In von Close Parent

Heute möchte ich Euch eine meiner Lieblingswindeln vorstellen: Die Pop-In von Close Parent.
Hier ist sie:

Pop-In von Close Parent

Die Pop-In ist eine Snap-in-One-Windel, die mitwächst. Laut Hersteller reicht ihre Größe von 3,18 kg bis 16 kg. Möglich machen dies die Knöpfe an der Vorderseite, mit denen man die Größe entsprechend einstellen kann. Vorne gibt es einen Klettverschluss, der auch schön stretchig ist. Leider gibt es die Pop-In nur mit Klett, Druckies gibt es bislang nicht. An sich kein Nachteil, allerdings halten Druckies einfach länger und sehen langfristig hübscher aus. Nach einiger Zeit bilden sich kleine Fussel an den Kletts, sodass man diese ab und zu mal entfernen muss. Ein weiterer Nachteil an Klett ist, dass dieser bei manchen Windeln unangenehm am Bauch scheuert – dies war bei uns beispielsweise bei Rumparooz-Überhosen der Fall. Bei den Pop-In gab es dieses Problem jedoch nicht, offensichtlich ist der Klett hier niedriger angenäht.

Werfen wir einen Blick auf die Passform. Die Windel passte lange bei unserer Tochter wie angegossen. Dies war seit Beginn der Fall: Die ersten Pop-In-Windeln haben wir bekommen, als sie ca. 8 Monate alt war. Die Windel schließt rundherum gut ab, ohne aber einzuschneiden. Ich könnte mir aber vorstellen, dass sie bei Kindern, die ein bißchen mehr Babyspeck haben durchaus Spuren hinterlassen könnte. Insgesamt ist die Windel schön stretchig. Der Windelpo fällt klein aus. Angezogen fast kein Unterschied zu Wegwerfwindeln. Bei einigen Windeln brauchten wir Bodyverlängerungen – bei den Pop-In hingegen nicht.

Absolut überzeugt hat sie uns jedoch in Bezug auf die Saugkraft – wow! Zu dem Zeitpunkt, als wir die Pop-In zum ersten Mal benutzt haben, war ich kurz davor, mein Stoffwindelprojekt wieder aufzugeben. Zu viele Windeln liefen einfach aus, frustrierend. Doch zum Glück fanden wir die Pop-In! Diese Windel ist uns wirklich noch nie ausgelaufen! Das Erste, was uns im Vergleich zu den zuvor verwendeten Stoffies auffiel, waren die doppelten PUL-Beinbündchen.

Doppelte Beinbündchen
Doppelte Beinbündchen

Wie schafft es die Pop-In so fantastisch trocken zu halten? Nicht auszulaufen? Ein Blick ins Innere verrät es! Zunächst gibt es die äußere PUL-Hülle, die sich sehr weich anfühlt. Auch innen drin ist sie mit einem kuscheligen Fleece ausgefüllt – ein weiterer Saugkern. Zunächst fühlt es sich zwar schön an, aber sobald die Windel nass ist, ist auch die Außenhülle nass. Der Hersteller wirbt hingegen damit, dass man die Außenhülle mehrfach verwenden könnte. Diese Erfahrung habe ich bislang nicht gemacht.

Die Außenhülle mit Fleece innen
Die Außenhülle mit Fleece innen

Anschließend werden die beiden Einlagen – Soaker und Booster – in die Windel eingeknöpft. Daher fällt die Pop-In auch in die Kategorie Snap-in-One-Windeln oder auch Hybridwindeln.
Zunächst wird der Soaker, die dickere Saugeinlage, an beiden Enden in die Überhose geknöpft. Anschließend wird an den Soaker die dünnere Einlage, der Booster, geknöpft. Dadurch kann nichts verrutschen. Die Knopfleisten sind jeweils gut mit Stoff abgedeckt, sodass keine Druckstellen entstehen. Der Soaker ist etwas geformt, sodass er sich gut anpassen kann – am Kind sitzt schließlich auch alles super, nur vorher ist es ein Gefummel, dass alles wirklich gerade ist. Auch das Einknöpfen und Zusammenbauen der Windeln nimmt Zeit in Anspruch. Die Einlagen an sich bestehen aus Bambusviskose (70%) und Baumwolle (30%), beides sehr saugfähige Materialien.

Soaker und Booster werden eingeknöpft
Ein Knopf verbindet beide Einlagen
Versteckte Knopfleiste

Durch diese beiden Einlagen hat man schon eine sehr gute Saugkraft. Trotzdem gibt es in der Windel noch genug Platz, um sie noch saugfähiger zu machen. So habe ich sie immer mit verschiedenen Booster aus Baumwolle, Bambus oder Hanf geboostet. Das klappte super und sie hält dadurch etwas länger. Für die Nacht gibt es zusätzliche Night-time-Booster. Diese sind eine perfekte Ergänzung zu den Pop-In-Windeln, da sie sich gut ins das Windelpaket einfügen. Auch die dazu gewonnene Saugkraft ist äußerst positiv zu bewerten.

Night-time-Booster zum Knöpfen
Fleece-Schicht garantiert kuscheliges, trockenes Gefühl

Der Night-time-Booster besteht aus Bambus, hat aber auch eine Fleece-Schicht. Durch das Fleece bleibt Babys Po schön trocken. Letzteres war für uns jetzt nicht so relevant, da wir sowieso für jede Windel eigene Fleece-Liner eingelegt haben. Auch der Nachtbooster wird eingeknöpft. Wir haben die Pop-In mit Night-time-Booster meistens für den Mittagsschlaf verwendet oder für längere Spaziergänge und Ausflüge. Für nachts ist es in unserem Fall zu wenig, da greifen wir lieber auf die Bamboozle zurück.

Auch das Waschen stellt keine großen Probleme dar. Man kann alle Teile – also Hülle, Soaker, Booster und Night-time-Booster – entspannt bei 60 Grad waschen. Vom Trockner rät der Hersteller ab, auch wenn er schreibt, dass dies für die Booster möglich ist. Dies solle man jedoch nicht zu häufig machen. Ich vermute mal, dass bei zu häufigem Trocknergebrauch die Gefahr des Ausleierns besteht. Zuvor hatte ich in vielen Foren gelesen, dass Nutzer der Pop-In schrieben, dass die Gummis bei Hülle und dem Soaker ausgeleiert wären. Ich trockne entsprechend alle Bestandteile auf der Leine und habe noch kein Ausleiern beobachten können. Die Hülle trocknet meist innerhalb von einem Tag, die Einlagen benötigen deutlich länger. Zwei bis drei Tage muss man schon einplanen. Beim Waschmittel gelten im Prinzip die gleichen Regeln, wie auch bei den anderen Stoffies: Keine Enzyme, kein Weichspüler und so weiter. Ebenfalls sollte man nicht mit zu vielen Umdrehungen schleudern, wir haben immer maximal 700 gewählt.

Kommen wir zur Optik: Hier gibt es immer mal wieder neue Muster, aber auch viel in unifarben. Kein Vergleich zum Angebot von beispielsweise Bumgenius. Aber wenn der Rest passt, ist das schon in Ordnung soweit. Wir haben zum Beispiel die Pastell-Kollektion und eine Sonder-Kollektion mit Nilpferden.

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Die „Little Box“ in Pastellfarben
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Hippo-Edition

Immer mehr Windelhersteller achten auf Nachhaltigkeit und Ethik – so auch Close Parent. Auf ihrer Homepage informieren sie detailliert über ihre Werte und Leitlinien. Auch der Aspekt Charity hat große Bedeutung für das Unternehmen und sie engagieren sich in vielen Bereichen. Mehr Informationen dazu findet ihr hier.

Eine einzelne Pop-in inklusive der beiden Einlagen kostet 22,90 Euro. Die gemusterten Windeln kosten schon etwas mehr, nämlich 25,95 Euro. Im 5er-Set haben sie rund 100,00 Euro gekostet (über Amazon.de). Das Preis-Leistungsverhältnis ist somit gut, insbesondere, wenn man keinen großen Wert auf Muster legt. Kaufen man sie über Amazon.de, Stoffywelt.de, Babysnatur.de..

Fazit:
Die Pop-In-Windeln von Close Parent gehören eindeutig zu unseren Lieblingswindeln. Warum? Klare Antwort: Sie sind nie ausgelaufen und wir können uns immer zu 100% auf sie verlassen. Sie sind sehr saugstark, machen einen kleinen Windelpopo, bestehen aus hochwertigen Materialien und passen sich dem Körper sehr gut an. Mit den großen Boxen kann man im Vergleich zum Einzelkauf sparen.
Es gibt jedoch ein paar Nachteile: 1. Es gibt nur einen Klettverschluss, welcher schnell fusselt. Dadurch sieht die Windel schnell nicht mehr schön aus und bedarf mehr Pflege als Druckknöpfe. 2. Das Einknöpfen der Einlagen nimmt Zeit in Anspruch. 3. Die Größenangaben stimmen in unserem Fall nicht so ganz: Zwar soll die Windel bis 16 kg passen, jedoch passte sie unserer Tochter mit 12-13 kg nicht mehr. Dann bekam sie starke Abdrücke, besonders am Übergang zwischen Oberschenkel und Becken und an den Beinen. Die Windel war unserer doch sehr zart gebauten Tochter offensichtlich zu klein. Trotzdem kann man die Pop-In insgesamt circa 1,5 Jahre nutzen und hat für diese Zeit eine verlässliche Windel.

Alles in allem würde ich diese Windel weiterempfehlen, da man sich ganz entspannt auf sie verlassen kann – Auslaufen und nasse Kleidung, good bye!

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